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POSprom
Gastronomie Stand: Oktober 2026 · Von der POSprom-Fachredaktion

Kassensystem für Gastronomie und Imbiss: Tischverwaltung, Bons, Küche

Ein Gastronomie-Kassensystem braucht Tischverwaltung, Bonpush an Küche und Tresen, Rechnungssplitting und eine saubere Trinkgeld-Erfassung. Seit dem 1. Januar 2026 gilt zudem der ermäßigte Steuersatz von 7 Prozent auf Speisen — Getränke sind davon ausgenommen und kosten im Lokal 19 Prozent. Die Kasse muss beide Sätze korrekt auf einem Bon abbilden.

Keine Rechts- oder Steuerberatung: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information (Stand: Oktober 2026) und ersetzt keine individuelle Beratung durch Steuerberater oder Finanzamt. Maßgeblich sind stets die jeweils gültigen Gesetze und Verwaltungsanweisungen.

Auf einen Blick

  • Tischverwaltung mit Gastraum-Bild, Umbuchen und getrennten Bereichen
  • Bonpush an Küchen-/Tresendrucker oder Küchenmonitor (KDS)
  • Rechnung splitten, Positionen umbuchen, Trinkgeld sauber erfassen
  • Seit 2026: 7 % auf Speisen; Getränke im Lokal 19 %, zum Mitnehmen je nach Getränk
  • TSE und Belegausgabepflicht gelten auch in der Gastronomie
  • Außer-Haus-Verkauf: Mehrwegangebot ist Pflicht (§ 60 VerpackDG)

Die 7-%-Mehrwertsteuer auf Speisen ab 2026

Seit dem 1. Januar 2026 gilt für Restaurant- und Verpflegungsdienstleistungen dauerhaft der ermäßigte Steuersatz von 7 Prozent — allerdings nur für Speisen. Rechtsgrundlage ist § 12 Abs. 2 Nr. 15 UStG, eingeführt durch das Steueränderungsgesetz 2025. Damit entfällt für Speisen die frühere Unterscheidung zwischen Vor-Ort-Verzehr (19 %) und Außer-Haus (7 %): Speisen werden einheitlich mit 7 Prozent besteuert.

LeistungSteuersatz ab 2026
Speisen — Vor-Ort-Verzehr7 %
Speisen — Mitnahme / Lieferung7 %
Getränke — vor Ort19 %
Getränke — zum Mitnehmenje nach Getränk: Milchmischgetränke ab 75 % Milch 7 %, sonst in der Regel 19 %

Getränke sind von der Gastronomie-Regel ausgenommen. Im Lokal kosten sie deshalb 19 %. Zum Mitnehmen gelten die allgemeinen Regeln für Lieferungen: Milchmischgetränke mit mindestens 75 % Milchanteil — etwa viele Milchkaffees — werden mit 7 % besteuert (Anlage 2 Nr. 35 UStG), die meisten anderen Getränke mit 19 %. Wichtig ist, die Steuersätze in der Kasse korrekt zu hinterlegen.

Was bedeutet das für die Kasse?

Die Kasse muss 7 und 19 Prozent parallel auf einem Bon abbilden — etwa Pizza (7 %) und Cola (19 %) im selben Vorgang. Der Umschalter „hier essen / mitnehmen“ verliert für Speisen seine steuerliche Bedeutung, bleibt aber für Getränke wichtig: Derselbe Milchkaffee kostet im Lokal 19 und zum Mitnehmen 7 Prozent. Viele Kassen behalten ihn deshalb bei.

Für Pauschalangebote aus Speisen und Getränken, etwa Buffets oder All-inclusive, erlaubt das BMF eine Vereinfachung: Der Getränkeanteil darf mit 30 Prozent des Pauschalpreises angesetzt werden (BMF-Schreiben vom 22.12.2025). Legen Sie solche Angebote in der Kasse so an, dass die Aufteilung automatisch auf dem Bon erscheint.

Tischverwaltung

  • Gastraum-Bild am Bildschirm mit Farbcodierung (belegt/frei)
  • Tische per Drag-and-Drop umbuchen
  • Getrennte Bereiche (Saal, Terrasse, Bar)
  • Offene Tische im Blick behalten

Bonpush & Küchenkommunikation

Bestellungen werden per Funk direkt an Küchen- oder Tresendrucker beziehungsweise an einen Küchenmonitor (KDS) übermittelt. Über eine Gangsteuerung lassen sich Vor- und Hauptspeise zeitversetzt an die Küche schicken — das entlastet den Service und beschleunigt den Ablauf.

Splitten, Trinkgeld & Servicetempo

  • Rechnung nach Personen oder Positionen splitten
  • Positionen zwischen Tischen umbuchen
  • Trinkgeld automatisch und getrennt erfassen
  • Schnelle Bezahlvorgänge über Kartenanbindung

Imbiss: schlanker, aber TSE-pflichtig

Ein Imbiss oder Schnellrestaurant braucht meist keine volle Tischverwaltung, dafür Schnellwahltasten und einen zügigen Kassiervorgang — oft mit Bonpush an die Küche. TSE und Belegausgabepflicht gelten aber genauso wie in der Voll-Gastronomie.

Wer Speisen in Einwegkunststoff oder Getränke in Einwegbechern zum Mitnehmen verkauft, muss sie auch in Mehrwegverpackungen anbieten — nicht teurer als Einweg (§ 60 VerpackDG, seit 12. August 2026; vorher § 33 VerpackG). Kleine Betriebe mit höchstens fünf Beschäftigten und 80 m² Verkaufsfläche dürfen stattdessen mitgebrachte Behälter befüllen (§ 61 VerpackDG). Mehrweg-Pfand legen Sie in der Kasse als eigenen Artikel an.

Häufige Fragen

Wie viel Mehrwertsteuer auf Essen in der Gastronomie 2026?

Auf Speisen 7 Prozent (dauerhaft, § 12 Abs. 2 Nr. 15 UStG), auf Getränke im Lokal 19 Prozent.

Gilt die 7-%-Regel auch für den Außer-Haus-Verkauf?

Für Speisen ja — sie werden einheitlich mit 7 Prozent besteuert, egal ob im Haus oder zum Mitnehmen. Getränke zum Mitnehmen folgen den allgemeinen Regeln: Milchmischgetränke mit mindestens 75 Prozent Milchanteil 7 Prozent, die meisten anderen Getränke 19 Prozent.

Wie teile ich ein Buffet oder All-inclusive-Angebot auf?

Für solche Pauschalangebote darf der Getränkeanteil vereinfacht mit 30 Prozent des Pauschalpreises angesetzt werden (BMF-Schreiben vom 22.12.2025); der Rest unterliegt als Speisen 7 Prozent.

Muss meine Kasse zwei Steuersätze können?

Ja. Sie muss 7 und 19 Prozent auf einem gemischten Bon korrekt trennen und in der DSFinV-K sauber ausweisen.

Brauche ich Tischverwaltung im Imbiss?

Meist nicht. Wichtiger sind Schnellwahltasten und ein schneller Kassiervorgang, oft mit Bonpush an die Küche.

Hinweis

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Steuer- oder Rechtsberatung. Maßgeblich sind die jeweils gültigen Gesetze und Verwaltungsanweisungen. Stand: Oktober 2026.

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