Keine Rechts- oder Steuerberatung: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information (Stand: Oktober 2026) und ersetzt keine individuelle Beratung durch Steuerberater oder Finanzamt. Maßgeblich sind stets die jeweils gültigen Gesetze und Verwaltungsanweisungen.
Auf einen Blick
- Rechtsrahmen: § 146a AO (Kassengesetz) + Kassensicherungsverordnung (KassenSichV)
- Zertifizierte TSE Pflicht seit 1. Januar 2020
- Belegausgabepflicht seit 2020 · Mitteilungspflicht ans Finanzamt seit 2025
- Datenexport im DSFinV-K-Format für Kassen-Nachschau & Betriebsprüfung
- Heute keine generelle Registrierkassenpflicht — offene Ladenkasse bleibt zulässig (Kassenpflicht ab 2028 geplant)
- Kasse ohne oder mit falsch eingesetzter TSE: Bußgeld bis zu 25.000 € (§ 379 AO)
Was ist eine TSE?
Die technische Sicherheitseinrichtung (TSE) schützt die Aufzeichnungen eines elektronischen Kassensystems vor nachträglicher Manipulation. Jeder Geschäftsvorfall wird unmittelbar signiert und unveränderbar protokolliert.
Eine TSE besteht aus drei Komponenten: einem Sicherheitsmodul, einem Speichermedium und einer einheitlichen digitalen Schnittstelle. Sie muss vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) zertifiziert sein und wird häufig als USB-Stick ausgeliefert.
Rechtsgrundlage: § 146a AO und die KassenSichV
Das Kassengesetz verankert die Pflichten in § 146a der Abgabenordnung (AO). Die technischen Details — Anforderungen an die TSE, die Speicherung, die digitale Schnittstelle und die Belegangaben — regelt die Kassensicherungsverordnung (KassenSichV).
Wer ist betroffen?
Betroffen ist jeder, der ein elektronisches Aufzeichnungssystem (Kassensystem) zur Erfassung von Bargeschäften einsetzt. Eine generelle Pflicht zur elektronischen Registrierkasse gibt es in Deutschland nicht — eine offene Ladenkasse ist grundsätzlich erlaubt, aber dokumentations- und prüfungsanfällig.
Die Pflichten im Überblick
Wer ein elektronisches Kassensystem nutzt, muss diese fünf Pflichten erfüllen:
| Pflicht | Seit | Grundlage |
|---|---|---|
| Zertifizierte TSE | 2020 | § 146a Abs. 1 AO · KassenSichV § 5 |
| Belegausgabepflicht (elektronisch nur mit Zustimmung des Kunden) | 2020 | § 146a Abs. 2 AO · KassenSichV § 6 |
| DSFinV-K-Datenexport | 2020 | § 146a AO · KassenSichV § 4 |
| Meldepflicht ans Finanzamt | 2025 | § 146a Abs. 4 AO |
| Aufbewahrung (8 / 10 Jahre) | — | § 147 AO |
Zu jeder dieser Pflichten finden Sie unten unter „Weiterlesen“ einen ausführlichen Detailartikel.
Was droht bei Verstößen?
Fehlt eine funktionierende TSE oder sind die Aufzeichnungen mangelhaft, kann das Finanzamt die Kassenführung verwerfen, Umsätze schätzen und Hinzuschätzungen vornehmen. Zusätzlich droht ein Bußgeld von bis zu 25.000 € (§ 379 AO) — unabhängig davon, ob ein Steuerschaden entstanden ist. Das gilt für unrichtige Aufzeichnungen, eine Kasse ohne oder mit nicht richtig eingesetzter TSE und verletzte Aufbewahrungspflichten.
Ein fehlender Beleg und eine versäumte Meldung ans Finanzamt sind heute nicht bußgeldbewehrt; die Meldung kann das Finanzamt aber mit Zwangsgeld durchsetzen. Nach dem Regierungsentwurf vom 23.09.2026 soll ein fehlender Beleg künftig bis zu 5.000 € kosten; ab 2028 sind außerdem eine Kassenpflicht für umsatzstarke Betriebe und der elektronische Beleg als Regelfall geplant.
Rechtssicher mit POSprom
Alle POSprom-Kassen werden mit zertifizierter TSE ausgeliefert, erstellen Belege automatisch, exportieren im DSFinV-K-Format und führen Kassenjournal sowie Abschlüsse GoBD-konform — die technischen Voraussetzungen sind damit ab Werk erfüllt. Für die Anmeldung beim Finanzamt und den ordnungsgemäßen Betrieb ist der Betreiber verantwortlich.
Häufige Fragen
Brauche ich überhaupt eine elektronische Kasse?
Heute nicht, es gibt keine generelle Registrierkassenpflicht. Sobald Sie aber ein elektronisches Kassensystem einsetzen, müssen Sie TSE, Belegausgabe, DSFinV-K und Meldepflicht erfüllen. Nach dem Regierungsentwurf vom 23.09.2026 soll ab 2028 eine Kassenpflicht für Betriebe mit mehr als 100.000 € Jahresumsatz gelten (Ausnahme: unter 12.000 € Barumsatz).
Seit wann gilt die TSE-Pflicht?
Seit dem 1. Januar 2020 (mit einer damaligen Nichtbeanstandungsfrist bis 30. September 2020).
Was ist neu seit 2025?
Die Mitteilungspflicht: Elektronische Kassensysteme mit TSE müssen dem Finanzamt über ELSTER gemeldet werden (§ 146a Abs. 4 AO).
Welche Strafen drohen bei Verstößen?
Hinzuschätzungen durch das Finanzamt sowie — etwa bei einer Kasse ohne TSE oder bei unrichtigen Aufzeichnungen — ein Bußgeld von bis zu 25.000 € nach § 379 AO. Fehlende Belege und Meldungen sind heute nicht bußgeldbewehrt.
Quellen
- § 146a AO (Gesetze im Internet) ↗
- Kassensicherungsverordnung (KassenSichV) ↗
- § 379 AO — Steuergefährdung / Bußgeld (Gesetze im Internet) ↗
- BSI — Technische Richtlinie TR-03153 (TSE) ↗
- § 6 KassenSichV — Anforderungen an den Beleg (Gesetze im Internet) ↗
- Bundesregierung — Regierungsentwurf zur Fortentwicklung von Kassenaufzeichnungen (Kabinett 23.09.2026, PDF) ↗
Hinweis
Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Steuer- oder Rechtsberatung. Maßgeblich sind die jeweils gültigen Gesetze und Verwaltungsanweisungen. Stand: Oktober 2026.
Weiterlesen
- Kassenpflicht ab 2028: Wer betroffen ist
- TSE-Zertifikat abgelaufen — was tun?
- Kassensystem beim Finanzamt anmelden (Meldepflicht 2025)
- DSFinV-K einfach erklärt
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- Aufbewahrungsfristen für Kassendaten